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Thema: 6-Kanal VUMeter für den 5.25"-Schacht (Gelesen 25954 mal)
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Clydesdale
Stichsägenquäler

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Hiya,
Eine Woche voller Planungsarbeit, Platinenlayouting und Bastelei ist um, und ich möcht' euch jetzt gern mal das Endergebnis meines kleinen VU-Meter Projektes vorstellen. Dabei erhebt dieser Post keinen Anspruch darauf, als Tutorial geeignet zu sein, man sollte schon einiges an elektronischen Grundkenntnissen mitbringen um den Aufbau der Schaltung anhand des Schaltplanes und der Platinenlayouts verfolgen zu können.
Ihr kennt sicherlich die Aussteuerungs-Anzeige, die man auf manchen (teuren) Radios und guten Stereoanlagen findet, und welche die Lautstärke graphisch als pulsierenden LED-Balken darstellen. Sowas müsste man doch für seinen Rechner zusammenlöten können. Und möglichst nicht nur für einen Kanal oder Stereo, sondern mindestens 5.1. Also sechs Kanäle. Realisiert werden soll das Ganze natürlich mit einigen LM3915 LED-Treibern. Davor schalten wir noch fix 'nen OP-Amp und greifen das Signal von der Soundkarte hochohmig ab. In etwa so hier.

Das Ganze natürlich sechs mal, einmal für jeden Soundkanal. Platz genug wäre dafür ja in 'nem 5.25"-Schacht. Die Soundeingänge werden durchgeschleift, dank des hochohmigen Eingangs des VU-Meters sollte es keine Probleme mit der Sound- qualität geben. Das Poti über dem Op-Amp legt dabei die Aussteuerung des LED- Balken's fest, während das andere Poti die Trägheit des Balkens festlegt. Wer hier sparen will, kann statt dem zweiten Poti auch einen 10k bis 20k-Widerstand einlöten.
Das ist also die Grundidee hinter meinem VU-Meter Projekt, und eines meiner Lian-Li Cases wurde als Experimentalopfer dafür erwählt.
Fangen wir mal einfach mit dem Frontpanel an. Dafür gibt's auch gleich eine schöne Bohrschablone. Mit einem 1mm-Bohrer wird vorgebohrt, dann mit 'nem 3mm-Bohrer die Löcher geweitet. Wenn man ohne Ständerbohrmaschine und nur mit'm Dremel arbeitet, muß man dabei ziemlich aufpassen, damit alle Löcher in geraden Linien liegen.

Weiter geht's direkt mit dem Platinenlayout für das LED-Display in der Front- blende. Ist natürlich schon gespiegelt und muß nur noch skaliert und gedruckt werden. Dann geht's zum Platinen belichten. Rechts unten wird die Schaltung mit +5V versorgt, in der Mitte unten befinden sich sechs Signaleingänge und zwei Punkte für eine Versorgungsleitung. Von dort geht's mit 50cm Kabel weiter zur Platine mit den Op-Amps. Mehr dazu später.

Da auf der Frontplatine nur Platz für die LEDs und nicht für die sechs LM3915er ist, muß 'ne Lösung her, um die Treiber-ICs unterzubringen ohne erst 60 Kabel zwischen der Frontplatine und einer Zweitplatine zu ziehen. Meine Idee: Sechs kleine, im Layout identische Tochterplatinen, die rechtwinklig mit der Front- platine verlötet werden und dabei die überstehenden Beine der LEDs auf der Platinenrückseite als Kontakte verwenden. Hier gleich mal das Layout dafür. Auf der einen Seite der Platine muß später noch was weggefeilt werden, das läßt sich aber mit 'nem Dremel sehr gut machen, wenn die Schaltung fertig ist.

Als nächstes müssen die Op-Amps untergebracht werden. Da auch die Ausgänge der Soundkarte irgendwie zu unserer Schaltung durchgeschleift werden müssen, legen wie die Op-Amps mal einfach auf 'ne Extra-Platine und montieren diese an einem Slotblech. Das Layout für die Op-Amp Platine ist natürlich ebenfalls bereits gespiegelt, rechts davon gibt's die Draufsicht auf die gelötete Platine. Bauteil- Bezeichnungen müßt ihr euch aus dem Schaltplan heraussuchen, ist nicht so kompliziert. Oben am Platinenrand gibt's noch 'ne LED mit Vorwiderstand, welche nicht im Schaltplan auftaucht, und einen 8-Pin Header, der das Gegenstück zu den 8 Kabeln von der Frontplatine ist. Spannungsversorgung und 6 Signalleitungen. Vom Header zur Platine geht's mit Kabelbrücken weiter. Die Alternative wäre eine doppelseitige Platine gewesen.

Wenn alle Platinen entwickelt und geätzt sind, sollte man in etwa sowas wie im Bild weiter unten vor sich liegen haben.

Damit können wir anfangen zu löten. Zuerst werden die 60 3mm-Leds mit der Frontplatine verlötet. Dabei erst alle LEDs auf die Platine stecken, jetzt die Platine MIT LEDs in die Frontblende drücken, so daß alle LEDs in ihren Löchern stecken. Dadurch richten sich die LEDs selbst aus und man kann die Platine später ohne Gewalt mit der Frontblende montieren. Nur der Pluspol der LEDs wird verlötet und bis auf die Platine gekürzt. Der Minuspol wird jetzt noch *nicht* verlötet aber wird auf 5mm gekürzt. Das Ergebnis ist die Kreuzung aus Platinenmaterial und Kaktus im Bild hier.

Als nächstes werden die sechs Treiberplatinen bestückt. Ergebnis siehe Bild.

Bevor die Treiberplatinen mit der Frontplatine verbunden werden, sollte man die Opamp-Platine zumindest im 'Rohbau' abschließen, um anschließend jede Treiberstufe auf Funktion zu überprüfen, bevor die nächste Platine eingelötet wird.

Jetzt können die Treiberplatinen Stück für Stück aufgelötet und getestet werden. Im Bild sieht man, wie die Platinen mit der Frontplatine verbunden werden. Auch die Kerbe links und rechts an den Treibermodulen ist gut erkennbar, und notwendig um die Platinen in der LianLi-Frontblende zu montieren.




Wie man die Frontplatine dann letztendlich mit der Frontblende montiert bleibt jedem selbst überlassen. Heißkleber funktioniert. Mein persönlicher Trick: Die Ecken der Platine mit Silkonöl besprühen, in die Ecken der Blende Epoxidkitt drücken, Frontplatine einpassen und andrücken, vier Schrauben in den noch weichen Kitt drehen, 15 Minuten warten, Schrauben entfernen, Platine vorsichtig lösen, Kitt aushärten lassen. Das Ergebnis: Vier Montageknubbel mit Innengewinde. Dann bleibt unsere Frontblende von vorn schön schraubenlos.

Zurück zur Op-Amp Platine. Für diese passen wir einfach ein Slotblech an. Ein paar Löcher bohren, ein paar Winkel aus Blech dranschrauben, Platine montieren. Das sieht dann ungefähr so aus:


Damit wäre die Arbeit eigentlich fast getan. Was bleibt übrig?
1> Opamp-Platine im Rechner befestigen.

2> Verbindung mit der Soundkarte herstellen. Die Stecker für's Lautsprechersystem kommen dann einfach in die Buchsen auf unserer OpAmp-Platine.

3> Frontpanel in den Rechner einschieben, alles anschließen.

4> Rechner einschalten. Winamp laden. Sich freuen.

-Clydesdale
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Falzo
Diktator vom Dienst
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DAS nenn ich mal nen User-Mod und genau dahin schieb ichs auch... 
Kann ich sagen einfach nur super! auch wenn die Schaltung an sich ein Klassiker ist, ist die Umsetzung einfach nur Klasse!! und das hier auch noch in so ausfuehrlicher Form bereitzustellen verdient uneingeschränktes Lob! gibt selbstverständlich ohne Fragen ein von mir dafür 
mal zum Bau an sich... was hast du insgesamt ungefaehr ausgegeben? allein die 6 lm3915 sind ja nicht unbedingt billig *g* besteht die moeglichkeit, das du ein kleines video davon in aktion machst? wenns an webspace mangelt, kannst du mir das gern per mail schicken und ich lade das dann entsprechend hoch und bind es hier ein...
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xiAn
LCD-Checker

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aik!
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...nice. sieht richtig Professionel aus. Könnte man ja fast schon verkaufen...
*AlsTutorialUpload* ..
Der Price würde mich auch mal interessieren
Clydesdale: "12 Points"
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hackspider
Wakü-Poseidon

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erstmal WOW fätt *auchabenwillmodusein*
Sieht richtig klasse aus die anordung der leds einfach alles. Nur 6 x lm3915 sind mit einfach zu viel und 60 leds kosten auch geld (mal abgesehn von dem strom die die brauchen 1,2A bei 20mA). Du darfst dich auf den "boh alte man is das Geil-Effect auf den LANs freuen *g*
mfg und hf hackspider
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Clydesdale
Stichsägenquäler

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Die LEDs sollte man auf EBay kaufen. Da kommt man für 100 blaue LEDs mit unter 10€ weg. Und die LM3915er gibt's natürlich bei Reichelt, für so etwa 1.50€ das Stück. Ist also gar nicht mal sooooo teuer. 
Eventuell sollte man übrigens die Treiber-Platinen über Steckverbinderleisten an's Frontmodul anschließen. Dann kann man auch mal 'ne durchgebrannte LED tauschen. Geht bei meiner Lösung nicht, da man einfach nicht rankommt.
Aber die LEDs werden hier sehr sehr konservativ angesteuert. Laut Datenblatt gilt I(Led) = 12.5/R1, und das wären unter 4mA, das reicht gerade um die LEDs voll brennen zu lassen. Evtl kann man R1 noch von 3.3k auf 2k runtersetzen.
Gehen wir mal davon aus, daß im Normalfall nie *alle* 60 LEDs brennen. Die Schaltung wird mit 5V versorgt, der Strom pro LED beträgt 4mA. Absolute Spitzenlast ist dann 12W. Und das wird wie gesagt nur in Ausnahmefällen und nur für Sekundenbruchteile erreicht.
Ist also gar nicht mal soooo viel.
Noch'n kleiner Tipp: Bevor man die Frontplatine mit den LEDs bestückt, sollte man das Ding schwarz lackieren. Dann sieht man den braunen PCB nicht mehr durch die transparenten LEDs. Hab ich zu spät drann gedacht und dann alles heute noch mit'm ganz feinen Pinsel gemacht, war 'ne Geduldsfummelei...
Video kommt übrigens noch, aber die superhellen LEDs mit 'ner Powershot A40 im Videomodus abzufilmen ist nicht ganz so einfach. 
-C
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« Letzte Änderung: Dezember 3, 2005, 19:10:54 von Clydesdale »
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Clydesdale
Stichsägenquäler

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Die Schaltung hat leider eine gemeinsame Masse für das Audio-Signal *und* für den LM3915er-Teil, das könnte wohl zu Problemen führen, wenn die Schaltung und die Signalquelle aus unterschiedlichen Spannungsquellen versorgt werden. Ansonsten spricht nichts dagegen, das VU-Meter auch anderswo einzubauen.
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Clydesdale
Stichsägenquäler

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Sicher doch. Bau einfach soviele Schaltungen auf wie du Kanäle anzeigen willst. Für Mono kommst' mit einer Schaltung aus. Für Stereo halt zwei. Für 7.1 dann halt 8.
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SLXViper
Wakü-Poseidon

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Das kann man ja eigentlich als Tutorial durchgehen lassen. Wär doch was für die Hauptseite? Zu schade, dass ich den Rechner nicht zum Musikhören hab... Aber das wäre ja schon fast ein Grund dafür.
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unas.
Herr der Lüfter

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das is ma richtig fett sowas bräuchte man jez nurnoch für 2kanal . (ja ich weiss wäre einfach daraus zu bauen aber nich jeder kann sich so gut mit schaltplänen auseinandersetzen das er daraus die einzelne schaltung friemeln kann.) was mich brennend interessiert: was is das fürn case und sah das shcon immer so aus?
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Skull
Case-Konstrukteur

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Bestes Mittel gegen Kopfschmerz ist die Guillotine
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Wirklich Top das Dingens 
Das Case scheint, wie zulesen ist, von LianLi zusein.
Ich würde meinen es ist das hier, nur noch mit Löchern versehen. 
Kann mich aber natürlich auch irren
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Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich lese, was ich schreibe??? 
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Caseschrauber15
LED-Tauscher

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gib Kaufmods keine Chance!!! wir helfen !!!
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Also die schaltung und die umsetzung ist ja wohl extrem geil . aber eine frage hab ich da mal : auf deiner OpAmp-Platine hast du 3mal die selbe Schaltung aufgebaut und die hast du an 6x LM3915 ICs gehängt . Das heißt ja das du 2 ICs an eine OpAmp Schaltung gehängt hast . Aber wie soll das dann anzeigt werden ,wenn Vorne Rechts mehr sound kommt als von Vorne Links. Teoretisch müssten die doch parallel blinken oder denk ich nun falsch  bitte helf mir mal . will mir das ding mal auf Lochraster aufbauen *mich für diese super idee bedank *
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